International

„Österreich ist kein sicheres Land“

Vor sechs Jahren wurde der Kurdin Evin Timtik in Österreich Asyl gewährt. Nun wird ihr plötzlich kein Pass mehr ausgestellt: Sie sei eine Gefahr für den Staat. 

Seit mehr als sechzig Tagen hält Evin Timtik nun schon Mahnwache. Sie sitzt an ihrem Infotisch vor dem Parlament, verteilt Flugblätter, spricht mit Passanten und Passantinnen und sammelt Unterschriften für ihr Anliegen. Auf ihrem T-Shirt und auf einem großen Plakat steht: „Ich will meinen Konventionspass und meine Reisefreiheit zurück!“

AutorInnen: Olja Alvir - 23.10.15
Foto: Christopher Glanzl

Schutz suchen

Ende Oktober präsentiert progress mehere Beiträge zum Thema Flucht. Ein Überblick über das Thema.

 

Fluchtgründe

AutorInnen: Redaktion - 21.10.15
Nach den Anschlägen auf LGBT-Aktivisten bei einer Demonstration im Januar fahren Maja und Irina nur noch mit dem Taxi, wenn sie spät nach Hause kommen.

Im Namen der Moral

Die russische Regierung erlässt ein homophobes Gesetz nach dem anderen. Aber Repression und Konservatismus sind nur eine Seite der Medaille. Die Risse im System Putin sind längst sichtbar und der Widerstand wächst.

Eigentlich wolle er Russland nicht verlassen, sagt Andrej*, zumindest nicht vor dem Abschluss seiner Dissertation. Aber nachdem der Student vor wenigen Wochen kommentarlos exmatrikuliert wurde, sieht er keine Alternative. Sein Rausschmiss steht aus seiner Sicht ganz klar damit in Verbindung, dass seine Betreuerin an der staatlichen St. Petersburger Universität kurz zuvor erfahren hatte, dass er schwul ist und sich öffentlich für die Rechte von LGBTI-Personen (LesbianGayBisexualTrans*Inter*-Personen, Anm. der Red.) einsetzt.

AutorInnen: Veronika Siegl - 10.10.15
Foto: Lisa Köppl

„They don't see people, they see numbers“

„They don't see people, they see numbers“, kritisiert Paola P. europäische Politiker_innen. Die Pädagogin lebt seit 25 Jahren auf Lampedusa. Im Interview mit progress spricht sie über Grenzen, europäische Flüchtlingspolitik und Migration, die schon immer Teil des Insellebens war. 

AutorInnen: Lisa Köppl - 25.06.15
Foto: Christopher Glanzl

G7 - Robocops statt Rehe

Der alljährliche G7-Gipfel fand dieses Jahr in Deutschland statt. Nachdem beim letzten Mal Heiligendamm im flachen Norden Ort des Treffens war, war es diesmal Elmau im alpinen Garmisch-Partenkirchen, das dieses Spektakel beherbergte und sich dafür in ein potemkin'sches Areal verwandelte. Statt weite Wiesen mussten die Gegendemonstrant_innen Höhenmeter überqueren, um die geplanten Blockadeaktionen durchzuführen. Russland war aufgrund der Ukraine-Krise nicht dabei um inmitten eines weiträumigen Sperrgebiets über Klimaschutz, Meeresschutz oder den Umgang mit Ebola zu diskutieren. Eine Großdemonstration in München und ein Alternativgipfel waren der Auftakt für die Aktionen von StopG7.

AutorInnen: Christopher Glanzl - 10.06.15
Foto: Christopher Glanzl

Allein im Mittelmeer

Die kleine Mittelmeerinsel Lampedusa - ein acht Kilometer langer Felsen - ist erste Anlaufstelle für tausende afrikanische Menschen, die flüchten mussten. Und gleichzeitig ist sie nur eine Durchlaufstation; für die, die es geschafft haben, und für wenige von all denen, die es nicht geschafft haben. Das Schicksal sowohl der Überlebenden als auch der Toten wird unsichtbar gemacht, denn auch auf Lampedusa darf das Drama im Mittelmeer nicht zu sehr stören.

AutorInnen: Christopher Glanzl - 23.05.15
Das Endprodukt Foto: Dieter Diskovic

Die Fabrik ohne Bosse

Eine Fabrik, die von ArbeiterInnen verwaltet wird – kann das überhaupt funktionieren? Im griechischen Thessaloniki trat man 2009 den Beweis an.

Mai letzten Jahres am Stadtrand von Thessaloniki: Wir stehen vor dem Eisentor der Fabrik VIOME, klopfen und rufen, um uns bemerkbar zu machen. Wir wollen diesen selbstverwalteten Betrieb, der es bereits zu lokaler Berühmtheit gebracht hat, mit eigenen Augen sehen. Nach einigen Minuten öffnet uns der 47-jährige Alexandros Siderides und bittet uns hinein. BesucherInnen sind hier erwünscht, man sucht ganz bewusst Aufmerksamkeit und Unterstützung. Alexandros führt uns durch die Fabrik, beantwortet geduldig unsere Fragen.

AutorInnen: Dieter Diskovic - 23.04.15
Refugees in Port Said Foto: The New York Times

Wege ohne Heimkehr. Das armenische Leben vor und nach dem Genozid in der Türkei

Am 24. April 2015 jährt sich der Völkermord an den ArmenierInnen im Osmanischen Reich zum hundertsten Mal. progress sprach mit der Historikerin Corry Guttstadt über die Situation der ArmenierInnen in der heutigen Türkei.

Das armenische Leben in der Türkei ist nach wie vor durch Diskriminierung, Hass und die fortdauernde Leugnung des Genozids von 1915 gekennzeichnet. Bis heute verhindert der türkische Staat die geschichtliche Aufarbeitung des Genozids und versucht auch international die Anerkennung des Völkermords zu verhindern.

AutorInnen: Ismail Küpeli - 23.04.15

Eine Minute Schweigen für tausende Tote

Im April ertranken im Mittelmeer über tausend Flüchtlinge beim Versuch Europa zu erreichen. Am Montag wurde ihrer mit einer Kundgebung am Minoritenplatz gedacht. Regierungsmitglieder sowie Oppositionspolitiker_innen nahmen teil und sorgten für mediales Interesse. Christopher Glanzl mit einer Fotostrecke:

AutorInnen: Christopher Glanzl - 21.04.15
Foto: Hanna Silbermayr

Stadt der Mädchen

Brasiliens Regierung will zwischen Rio de Janeiro und São Paulo eine Zugverbindung errichten, die direkt durch das größte Rotlichtviertel Rios führen soll. Dabei haben die Frauen* der Vila Mimosa ganz andere Pläne: Sie wollen einen Raum der Selbstermächtigung schaffen.

AutorInnen: Hanna Silbermayr - 23.03.15
(c) Robyn Lee

Türkei: Auf dem Weg zum Polizeistaat?

Die Opposition kämpft gegen neue, äußerst repressive Sicherheitsgesetze – im Parlament wie auf der Straße.

Bilder von prügelnden Abgeordneten und Stühlen, die durch Luft fliegen, gingen um die Welt, als im türkischen Parlament um die neuen Sicherheitsgesetze debattiert werden sollten. Zuvor hatte die Opposition versucht, mit hunderten Änderungsanträgen und formalistischen Tricks die Debatte in die Länge zu ziehen und so die Abstimmung zu verhindern. Als dann zur späten Stunde der Parlamentsvorsitzender aus der Regierungspartei AKP einen Redebeitrag der Opposition unterband, entstand ein Wortgefecht, dass recht rasch in einer nonverbalen Auseinandersetzung endete.

AutorInnen: Ismail Küpeli - 22.02.15